Verschieben sich die Rollenbilder?

 

Ulla Groskurt: Familienbilder müssen neuen Anforderungen gerecht werden

„Vergangene Familienbilder werden den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts nicht mehr gerecht“, so die Landesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) Niedersachsen, Ulla Groskurt. Es geht darum, neue Wege zu finden und in den Köpfen der Menschen für ein neues Denken zu werben.

Wenig hilfreich ist dabei die Mentalität, erst einmal alles zu zerreden, um vor allen Dingen herauszufinden warum etwas nicht geht, so die ASF-Landesvorsitzende. „Ich plädiere sehr dafür, jeden noch so kleinen Fortschritt festzuhalten und dann über seinen weiteren Ausbau und seine Entwicklungsmöglichkeiten nachzudenken“, so Ulla Groskurt in einem Artikel zum Jahresbeginn 2010.

So wird es für junge Frauen und Männer immer wichtiger, sich von dem Auslaufmodell, in dem der Ehemann das Geld für die gesamte Familie verdient und die Ehefrau zu Hause bleibt, zu verabschieden. Immer mehr junge Frauen sind beruflich hoch qualifiziert und wünschen sich sowohl eine Familie als auch Erfolg im Beruf. Männer und Frauen – so die Ergebnisse umfangreicher Studien - sind auf der Suche nach Werten und Orientierung und suchen Zuversicht, Wärme und Geborgenheit in einem persönlichen Umfeld. Damit wächst die Chance, dass Familie für die meisten Menschen als Orientierung wieder wichtiger wird. Es gilt jetzt, die besten Rahmenbedingungen für eine Balance zwischen Beruf und Familie zu setzen. Nach Analysen füllen Frauen ihre neue Rolle als Mütter und Berufstätige sehr flexibel aus, während sich junge Männer zum großen Teil nur unter Schwierigkeiten damit abfinden, nicht mehr Alleinernährer zu sein.

Junge Frauen müssen die berühmten drei K (Kinder, Kirche, Küche) um das „K“ für Karriere erweitern. Wir brauchen deshalb bis in die Führungsetagen mehr Akzeptanz und Unterstützung Familie und Beruf erfolgreich zu verbinden. Frauen brauchen Unterstützung, damit sie sich besser behaupten und durchsetzen können. Für junge Männer kann es nur hilfreich sein, ein positives Rollenbild vom Mann in seiner Doppelrolle als Berufstätiger und Vater zu entwickeln. Eine stärkere Akzeptanz des Wunsches von Vätern nach mehr Zeit für die Familie und eine aktive Väter-Förderung in Unternehmen könnte diesen Prozess nachhaltig unterstützen, so Ulla Groskurt. Es ist eine Herausforderung unserer Zeit, Menschen nicht nur auf ihre Chancen vorzubereiten, sondern auch unsere Verantwortung Menschen auf dem Weg der Veränderungen mitzunehmen. Die Arbeitswelt setzt auf höhere Mobilität, Flexibilität und auf Arbeitsformen die es zu „gestalten“ gilt. Willy Brandts Satz: „Nichts kommt von selbst und nur weniges ist von Dauer“ beschreibt die Situation besonders treffend. Vereinbarungen zur „chancengleichen und familienbewussten Personalpolitik“ sind abgeschlossen.

Die Tarifpartner bekennen sich dazu, die Berufstätigkeit von Eltern zu fördern und gerade das Potential qualifizierter weiblicher Fachkräfte zu nutzen. Und in den Leitfäden werden gezielt auch Väter angesprochen. Insgesamt ein wichtiges Thema für Betriebs- und Personalräte, denen hier eine große Aufgabe zuwächst. Familienbewusste Personalpolitik ist längst nicht mehr „nur ein Frauenthema“. Deshalb plädiere ich sehr dafür, die in diesem Jahr stattfindenden Betriebsratswahlen besonders ernst zu nehmen und die Rolle von weiblichen Vertreterinnen als Spezialistinnen in dieser Frage besonders zu würdigen, so die ASF-Vorsitzende in einer Pressemitteilung.

 
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