Frauenhäuser abschaffen?

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Ulla Groskurt: Diese Einfältigkeit macht zornig

„Im Sommer ist es wohl schwieriger als sonst, eine mehrseitige Zeitung mit Nachrichten zu füllen“, so die Niedersächsische Landesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF), Ulla Groskurt. In der „sauren Gurkenzeit für Medien“ müsse schon mal das Ungeheuer von Loch Ness, der Yeti in den Eisgipfeln des Himalaja oder große runde Abdrücke in Kornfeldern als Landeflächen für Besucher von fremden Sternen herhalten.

Immer gelte der Grundsatz, mit viel wissenschaftlichen „Drumherum“ etwas unter die Leute zu bringen, den ein großer Teil nur zu gerne glaubt.

„Frauenhäuser – Hort des Männerhasses“ „Parteilichkeit der Mitarbeiter“ „30 Prozent der Gewalthandlungen werden von 60 Prozent der Frauen/Partnerinnen begangen“ „Ideologie der Opferposition von Frauen“ sind Formulierungen die mit wissenschaftlicher Ummantelung in der zentralen Aussage eines einzelnen Herrn münden „Frauenhäuser müssen abgeschafft werden“.

Professional- soziologisch sammelt Gerhard Amendt in einem großen Artikel der „Welt“ vom 16. Juni 2009 zusammen, dass Frauenhäuser die feindselige Polarisierung der Gesellschaft in männliche Gewalttäter und weibliche Friedfertige maßgeblich prägen. Unterstützend fügt die Zeitung noch eine Online-Abfrage „Gehören die Frauenhäuser abgeschafft“ mit einem simplen ja oder nein an. Alle, die sich denn doch nicht so sicher fühlen, können sich schon vorher den „Pegelstand“ der Befragung ansehen.

Es ist die Einfältigkeit, die zornig macht. Frauen müssen mit ihren Kindern in Frauenhäuser gehen können, wenn sie von Gewalt bedroht sind. Es werden einfach nur die Frauen und Kinder aufgenommen, die kommen oder die die Polizei bei ihnen abliefert, um ihnen und ihren Kindern vorübergehend einen sichereren und gewaltfreien Aufenthalt zu bieten.

Wer die Wirklichkeit kennt und sieht, weiß, dass es zu diesem Weg keine Alternative gibt. Allerdings auch nicht zur Beratung und Therapie in Fällen häuslicher Gewalt, mit unterschiedlichsten Angeboten außerhalb der Frauenhäuser. „Im Übrigen, wenn ich die Berichte aus den Beratungs- und Interventionsstellen (BISS) in Niedersachsen sehe, wird die Hoffnung auf Gewaltfreiheit in Partnerschaften und Familien nicht gerade größer“, so die ASF Landesvorsitzende zum Abschluss.
 

 

 

1 Kommentar zu Frauenhäuser abschaffen?

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R. Stahl

am um 16:04 Uhr

 

Sehr geehrte Frau Groskurt,

Männer und Kinder können ebenso Opfer von Gewalt werden. Es gibt aber für Männer keine vergleichbaren Einrichtungen. Ebenso wird aus feministisch ideologischer Sicht verleugnet, dass es auch Männer geben kann die Opfer von Gewalt werden können. Außerdem gibt es auch Mißbrauch dieser Schutzeinrichtungen. Geschlechtergerechtigkeit wird grotesker Weise gerade von Radikalfeministinnen verweigert. Wieso sperren Sie sich gegen eine redliche Debatte?


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