Frauen sind mehr wert

Ulla Groskurt, ASF Landesvorsitzende
 

Ulla Groskurt: Jetzt muss eine klare Linie her.

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit – dieses Prinzip muss auch zwischen den Geschlechtern voll gelten. Darauf, dass Frauen noch immer schlechter als Männer in der Arbeitswelt bezahlt werden, hat die Landesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) Niedersachsen, Ulla Groskurt, anlässlich des Internationalen Frauentags hingewiesen. Im europäischen Durchschnitt bekommen Frauen noch immer rund 17 Prozent weniger Lohn als Männer. In Deutschland erhalten Frauen sogar durchschnittlich ein Viertel weniger Stundenlohn (23 Prozent) als ihre männlichen Kollegen. Das geht aus einer Untersuchung der EU-Kommission vom Februar hervor. „Ich finde das nur noch peinlich und will in diesem Zusammenhang gar nicht an die vielen gehaltenen Sonntagsreden zu den Jahrestagen des Frauenwahlrechts, des Grundgesetzes mit der Verpflichtung zur Gleichberechtigung in diesem Jahr erinnern“, so die ASF Vorsitzende.

Wir wollen auf nationaler wie europäischer Ebene neue Initiativen. „Die bestehende Ungleichheit bei den Löhnen zwischen Männern und Frauen können wir nicht hinnehmen. In ihrem Manifest zur Europawahl fordert die SPD eine neue europäische Initiative zur Verwirklichung von Lohngleichheit von Frauen und Männern mit klaren Zielen, Kontrollen und Sanktionen. „Jahrelang haben Unternehmen beteuert, dass sie Frauen faire Löhne bezahlen. Dies ist nicht geschehen – jetzt müssen Gesetze her.“

Ursache der großen Lohnungleichheit ist in Deutschland auch der hohe Anteil von Frauen, besonders mit Kindern, an Teilzeitarbeit. Weil die Arbeitswelt meist nicht familienfreundlich ist, erlauben Kindererziehung, Pflege älterer Angehöriger und Führung des Haushalts Frauen häufig nur, in Teilzeit zu arbeiten. Das hat meist ein geringes Einkommen zur Folge. Selbst erwerbstätige Frauen kämpfen oft mit Armut, allen voran allein erziehende Mütter, so Ulla Groskurt. „Deshalb setzt sich die SPD für einen gesetzlichen Mindestlohn ein, der Frauen ein existenzsicherndes Einkommen ermöglicht.“ In 20 der 27 EU-Mitgliedstaaten gelten bereits gesetzliche Mindestlöhne. „Deutschland muss hier nachziehen. Union und FDP dürfen diesen wichtigen Schritt nicht länger blockieren“.

Der große Unterschied beim Lohn von Männern und Frauen ist in Deutschland auch auf den geringen Anteil von Frauen in Führungspositionen zurückzuführen. Um uns mit den Europäischen Spitzenländern, wie Norwegen messen zu können wird es ein langer Weg. Dort wurde für die Privatwirtschaft eine Frauenquote von 40 Prozent in den Chefetagen festgelegt. Das Potenzial von Frauen wird hierzulande immer noch stark unterschätzt“, stellt die ASF Vorsitzende fest. „Auch in Deutschland sollten wir deshalb über Quoten für Frauen in der Arbeitswelt nachdenken. Deutschland steht in Ranking mit anderen europäischen Ländern in der Abstiegszone. Dass ist für unser Land, indem wir es geschafft haben fast 60 Prozent weibliche Universitätsabsolventinnen zu stellen, beschämend“.

 

 


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