Viele Mütter arbeiten weniger als sie möchten

Ulla Groskurt (MdL), ASF-Vorsitzende
 

Ulla Groskurt: Frauenpolitische Beschäftigungsziele genau betrachten

„Die Arbeitsteilung zwischen Männern und Frauen hat sich in den letzten Jahren kaum verändert. Zwar haben mehr Frauen einen Job als noch zu Beginn des Jahrzehnts, aber im Schnitt arbeiten sie dafür weniger Stunden pro Woche“, so die Niedersächsische Landesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) und Landtagsabgeordnete Ulla Groskurt. Die Quote liegt über dem EU-Schnitt und erfüllt bereits vier Jahre im Voraus das angestrebte Ziel der europäischen Beschäftigungsstrategie: 61,5 Prozent der Frauen in Deutschland gehen einem Beruf nach.

Obwohl sich der Anteil der erwerbstätigen Frauen um fast drei Prozentpunkte verbessert hat, weisen Forscher des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) in ihrem aktuellen Bericht darauf hin, dass sich die Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern kaum verändert hat. Bei Vollzeitstellen stagniert die Erwerbsbeteiligung von Frauen sogar, und die effektiven wöchentlichen Arbeitszeiten von Frauen haben sich von durchschnittlich 31,5 auf 30,2 Stunden reduziert.

„Das Gros der Teilzeitkräfte - 87 Prozent - ist immer noch weiblich“, so die ASF Landesvorsitzende. Die Arbeitszeiten von Frauen in Deutschland sind im europäischen Vergleich nach den Niederlanden die zweitkürzesten.

Laut IAQ kehren zwar mehr Mütter auf den Arbeitsmarkt zurück als noch zu Beginn des Jahrzehnts, doch nur für wenige Stunden pro Woche. 60 Prozent der westdeutschen und 20 Prozent der ostdeutschen Frauen sagen, sie arbeiten aufgrund von familiären und persönlichen Gründen weniger, als sie eigentlich möchten. Trotz der Ausweitung von Kinderbetreuungsangeboten beeinflussen Ehe und Kinder die Frauen weiterhin stark in der Entscheidung, wie viele Stunden sie am Arbeitsplatz verbringen können.

Die durchschnittliche Arbeitszeit von Müttern sinkt mit jedem Kind, bei Vätern nimmt sie hingegen zu. Groskurt: “Das Einkommen vieler weiblicher Teilzeit- oder geringfügig Beschäftigten mit dem Charakter eines Zuverdienstes kann keine Lösung mit sozialpolitischer Perspektive sein. Die Arbeitszeiten von Männern und Frauen gehen weiter auseinander, und damit entfernen wir uns weiter von den ursprünglich geplanten Zielvorgaben, eine auf Gleichheit bedachte Arbeitsaufteilung zu erreichen.“

 

 


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