Frauen haben noch viel zu tun

Inge Wettig-Danielmeier
 

Inge Wettig-Danielmeier: Ohne die Geschlechterquote hätte sich nichts Grundlegendes geändert

In einem geschichtlichen Abriss stellte die langjährige ASF Bundesvorsitzende Inge Wettig-Danielmeier den Kampf um das Frauenwahlrecht in Deutschland vor. Dabei arbeitete sie auch besonders die Entwicklung in der SPD heraus, die im Jahr 1988 mit dem Quotenbeschluss auf dem Bundesparteitag in Münster ein Signal für die Mitwirkung von Frauen in den Gremien der SPD setzte. „Die erhöhte Frauenpräsenz hat viel verändert und die von der Quote ausgelöste Dynamik ist noch nicht erschöpft“, so die Referentin. Ohne die Geschlechterquote hätte sich in der SPD nichts Grundlegendes geändert, fügte sie ein persönliches Fazit an.

In dem mit vielen persönlichen und manchen quälenden Auseinandersetzungen gewürzten Bericht machte die Referentin deutlich, dass es mit der Durchsetzung des Frauenwahlrechts 1918 noch nicht getan war. Das Recht der Frauen zu wählen und gewählt zu werden stand erst am Anfang eines Prozesses zu einer Gleichberechtigung für die auch heute noch große Aufgaben aufgearbeitet werden müssen.

Die Erinnerung an die Durchsetzung des Frauenwahrechtes vor 90 Jahren sollte unsere Arbeit beleben. Vier Frauengenerationen haben die Chancen des Frauenwahlrechts genutzt und sie haben uns dem Ziel der gleichen Lebenschancen von Männern und Frauen näher gebracht. Näher gebracht heißt aber nicht, so Inge Wettig-Danielmeier, dass die schon im Berliner Grundsatzprogramm von 1989 und im Hamburger Programm von 2007 wiederholt erhobene Forderung erfüllt wurde. Wer eine menschliche Gesellschaft will, muss die männliche überwinden.

Die Landesvorsitzende Ulla Groskurt unterstrich auf der Konferenz noch einmal die Wichtigkeit der Geschlechterquote in der SPD. Wie in der im Niedersächsischen Landtag geführten Debatte verwies sie darauf, dass besonders die konservativen Parteien noch großen frauenpolitischen Nachholbedarf haben. Hier wird leider nicht nur eine zahlenmäßig geringere Beteiligung deutlich, so die ASF Landesvorsitzende. Auch politisch inhaltliche Entscheidungen in Niedersachsen machen die mangelnde Nähe zu den Interessen von Frauen deutlich.

 

 


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