Wünsche junger Familien umsetzen

Ulla Groskurt, MdL
 

Ulla Groskurt: Elternumfrage verpflichtet zu gesellschaftspolitische Verantwortung

In fast zwei Drittel aller Familien, so das jetzt veröffentlichte Ergebnis einer repräsentativen Forsa - Umfrage, wollen beide Elterteile berufstätig sein und sich die Kinderbetreuung teilen. Nur ein Viertel der Befragten findet es am besten, wenn der Vater berufstätig ist und die Mutter die Kinder versorgt.

Dass solche Lebensentwürfe junger Familien nicht Realität werden und in Wirklichkeit nur 29 Prozent diese Rollenverteilung umsetzen können, hat wesentlich, so die Niedersächsische Vorsitzende der SPD-Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF), Ulla Groskurt, mit dem immer noch mangelhaften Angebot in der Kinderbetreuung zu tun.

Gerade Niedersachsen hat dieses Thema lange Zeit verschlafen und ist damit auf dem letzten Tabellenplatz in der Bundesrepublik gelandet.

Viele Eltern suchen verzweifelt Betreuungsmöglichkeiten und sind besonders in unserem Land auf sich gestellt. Ärgerlich finde ich das besonders, weil damit hier bei uns immer noch eine lange vereinbarte gesellschaftspolitische Verantwortung abgegeben wird: Bei Familien und wie die Umfrage belegt vor allem bei den Frauen. 44 Prozent der Frauen würden gern mehr arbeiten, können es aber nicht wegen der „momentanen Betreuungssituation der Kinder“, dies gaben übrigens auch 15 Prozent der Männer in der von der Zeitschrift „Eltern“ in Auftrag gegebenen Studie an.

Allerdings werden auch umgekehrte Probleme deutlich, so die Landtagsabgeordnete. Mehr als die Hälfte aller Befragten (57 Prozent) würde gerne mehr Zeit mit den Kindern verbringen, findet aber in der Arbeitswelt dafür kein Verständnis und keine Möglichkeiten. Ich denke, dass hier „Bündnisse für Familien“ mit den Mitwirkenden von Unternehmern bis hin zu Gewerkschaften wichtige Impulse geben können. Besonders was neue Arbeitszeitmodelle und Zeitstrukturen angeht in Betrieben, Büros und Verwaltungen.

Die verärgerte Feststellung vieler Eltern, in Deutschlands Medienwelt würden Kinder besonders unter dem Gesichtswinkel bevölkerungspolitischer Entwicklung betrachtet, bis hin zu den einfachen Verallgemeinerungen unter dem Motto: Die Eltern von heute sind alle unfähig, sollten schon zum Nachdenken anregen. Wenn sich zwei Drittel der Eltern regelrecht in „Sippenhaft“ für negative krasse Einzelfälle genommen fühlen, finde ich das bedenklich. Das trotz des TV-Booms von Sendungen über schwer erziehbare Kinder, 47 Prozent der Eltern meinen „sie haben klare Vorstellungen von Erziehung“ die sie meistens „problemlos umsetzen“ ist eine mehr als deutliche Aussage der Umfrage. Die große Mehrheit der Eltern, fast zwei Drittel haben das gute Gefühl, dass Kinder Bewegung und Fortschritt bedeuten und fühlen sich „beschenkt“. „Ich finde“, so die ASF-Vorsitzende wörtlich, „dieses sollte nicht nur eine Botschaft für Fachzeitschriften sein, sondern allgemein die Öffentlichkeit erreichen“.

 

 


Kommentar schreiben

Netiquette
 

Selbstverständlich beachten wir die Vorschriften des Datenschutzes.
Hier geht es zur Datenschutzerklärung.

Senden
 

Netiquette

Schließen
 

Unsere Internetseite soll eine Plattform für ernsthafte Diskussionen sein, bei dem Toleranz, Offenheit und Fairness zu den Grundprinzipien gehören. Wir begrüßen sachliche und konstruktive Inhalte, die zu einer angeregten Diskussion beitragen und der Meinung anderer Kommentatoren tolerant und unvoreingenommen begegnen. Wird gegen diese Grundprinzipien verstoßen, kann dies zur Löschung von Kommentaren führen.

Um bei uns zu kommentieren muss die eigene E-Mail-Adresse angegeben werden. Selbstverständlich wird diese E-Mail-Adresse nicht veröffentlicht und auch nicht an Dritte weitergegeben. Die Angabe einer falschen E-Mail-Adresse ist ein Verstoß gegen unsere Nutzungsbedingungen. Wir machen daher Stichproben, die dann zur Löschung von Kommentaren führen können. Mit Absenden des Formulars werden unsere Nutzungsbedingungen anerkannt.