Mindestlöhne für Pflegeberufe überfällig

 

Ich freue mich, so die Osnabrücker Landtagsabgeordnete Ulla Groskurt, dass Bundesministerin Ulla Schmidt Vorschläge für die bessere Bezahlung der Pflegekräfte angekündigt hat und sich für einen Mindestlohn im Pflegebereich einsetzen will. Eine Diskussion um faire Löhne in der Pflege ist überfällig. Tarifliche Abschlüsse sind besonders im Bereich der ambulanten Pflege eine Seltenheit und leider allzu oft wird ein Mindestlohn von 7,50 Euro in der Stunde de facto unterschritten. Pflegekräfte, die Tag für Tag hart für behinderte und ältere Menschen arbeiten, müssen endlich von ihren Löhnen leben können – das ist das Mindeste! Mindestlöhne verhindern ein weiteres Lohndumping und sind ein wichtiger Beitrag für eine bessere Qualität in der Pflege.


Pflegende schleppen mehr als Bauarbeiter
In diesem Zusammenhang will ich nur auf eine aktuelle Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) in Dortmund und des Bundesinstituts für berufliche Bildung (BIBB) in Bonn hinweisen, die unter der Überschrift „Pflegende schleppen mehr als Bauarbeiter“ feststellt: „Schwere Lasten - für Frauen mehr als zehn, für Männer mehr als zwanzig Kilo - heben müssen die Beschäftigten in den Pflegeberufen häufiger als Bauarbeiter: Für mehr als 68 Prozent der Pflegenden gehört dies zum Berufsalltag, aber nur für 54 Prozent der Beschäftigten im Baugewerbe. Auch die psychischen Belastungen sind in der Pflege mit fast 42 Prozent wesentlich höher als im Durchschnitt aller Berufe mit knapp 11 Prozent. Hinzu kommen belastende Arbeitszeiten wie Schichtarbeit (76,6 Prozent), Arbeit an Samstagen (93,8 Prozent) sowie an Sonn- und Feiertagen (91,5 Prozent). Außerdem kennt jede zweite Pflegekraft (51,5 Prozent) die Nachtarbeit aus ihrem Arbeitsalltag“.

Zukunftsberuf Pflege
Unter dem Gesichtspunkt der demographischen Entwicklung müssen junge Menschen Pflegeberufe aber als Zukunftsberuf aufnehmen. Dazu gehört auch eine finanzielle Perspektive und deshalb kann unter einem Mindestlohn von 7,50 € nichts gehen, so Ulla Groskurt.

 

 


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