AIDS-Aufklärungsarbeit neu beleben

 

Ulla Groskurt: Wir dürfen mit unseren Anstrengungen nicht nachlassen

Als über den ersten deutsche Aidsfall im Jahr 1982 berichtet wurde brach die Hoffnung es handele sich um eine auf die USA begrenzte Immunschwächekrankheit die allem Anschein nach ausschließlich etwas mit Homosexualität zu tun hatte in sich zusammen. Heute stehen die dramatischen Zuwachsraten in Afrika und den Osteuropäischen Ländern im Zentrum der Betrachtung. Sorgen muss uns außerdem machen, dass zudem vielfach die Meinung besteht, der medizinische Fortschritt sei in der Lage, mit der HIV-Infektion fertig zu werden. Weltweit schätzt die Weltgesundheitsorganisation die Zahl der Neuinfektionen im Jahr 2007 auf 2,5 Millionen Fälle. Und soviel ist sicher, so die Landesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) Ulla Groskurt, das Virus wird auf Jahrzehnte hinaus eine der größten Bedrohungen für die Menschheit bleiben.

Steigerungsrate bei Frauen ist besorgniserregend

Im Jahr 2006 lag die Zahl der Neudiagnosen laut Angaben des Robert-Koch- Institutes bei 2.700 Menschen. Seit 1982 wird die Zahl der AIDS-Erkrankungen in Deutschland auf 82.000 geschätzt. Die Experten warnen zu recht davor, dass diese Krankheit immer mehr ein weibliches Gesicht bekommt, ca. 20 Prozent der Betroffenen mit steigender Tendenz sind Frauen. Sicherlich ist die Zahl der aktuellen Todesfälle aufgrund verbesserter Behandlungsmöglichkeiten zunächst stark zurückgegangen. Trotzdem ist und bleibt Aids nach wie vor eine unheilbare, tödliche Krankheit. Schutz bieten nur Aufklärung und Prävention.

Osnabrücker AIDS-Hilfe Vorsitzende: Sachliche Aufklärung weiter voran bringen

Die heutigen Jugendlichen haben den Aids-Schock der 80ger Jahre nicht miterlebt, deshalb müssen wir nachwachsende Generationen immer wieder neu erreichen. Ich denke, dass wir eine besondere Verantwortung dafür tragen in unseren Schulen diese Aufklärungsarbeit in verstärktem Maße neu zu beleben. Vielfach sind uns durch Kürzungen in der regionalen und lokalen Aids-Prävention wichtige Strukturen weg gebrochen. Das Material der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) bietet seit Jahren Unterrichtsmaterialien an, die neu und auch für verschiedene Schulformen konzipiert wurden. Bisher hat die BZgA mit ihren AIDS-Kampagnen nicht überzogen, sondern auf eine fachlich und sachlich fundierte präventive Aufklärung gesetzt, die große Erfolge gebracht hat. Mir ist wichtig, so die Osnabrücker Landtagsabgeordnete, die auch Vorsitzende der AIDS-Hilfe Osnabrück ist, dass wir - in einer zusammenwachsenden Welt - auf der sich alle fünf Minuten jemand neu infiziert, mit unseren Anstrengungen nicht nachlassen dürfen.

 

 


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