Niedersachsen muss die Ärmel aufkrempeln

 

Ulla Groskurt: Familienatlas zeigt teilweise katastrophales Bild

Die Zukunft Deutscher Städte und Landkreise hängt ganz wesentlich davon ab, ob sie Familien attraktive Lebensbedingungen bieten können. Das war die übereinstimmende Aussage der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und des Präsidenten des Deutschen Industrie- und Handelskammertages bei der Präsentation des Familienatlasses 2007. Mit dem Familienatlas 2007, so die Landesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) Ulla Groskurt in Niedersachsen, steht eine detaillierte Bestandsaufnahme zur Verfügung. Leider hat dieser Familienatlas nicht denselben Kriterienkatalog wie der Familienatlas 2005, deshalb lassen sich Entwicklungen und Tendenzen nicht nachvollziehen. Der Familienatlas beschreibt detailliert die Situation von Familien in allen 439 Kreisen und kreisfreien Städten in Deutschland. Zur Bewertung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind Kinderbetreuungsangebote und Chancengleichheit von Frauen und Männern am Arbeitsmarkt die bestimmenden Faktoren. Zusätzlich sind auch die Wohnsituation, sowie das Bildungs- und Freizeitangebot als spezielle kommunalpolitische Felder ausgewertet.

Ranking: Vereinbarkeit Familie und Beruf

Natürlich spielen auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die Finanzkraft von Landkreisen, Regionen und Städten eine Rolle, so die ASF Vorsitzende. Aber gerade hier muss das Land Niedersachsen seine Ausgleichsfunktion wahrnehmen. Wenn attraktive Standortbedingungen für Familien Entwicklungsmerkmal sind, muss Niedersachsen hier erhebliche Anstrengungen unternehmen. Im Zentrum meiner Kritik steht besonders die als Handlungsfeld 1 ausgewiesene „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“. Ein katastrophales Bild, wenn sich in Niedersachsen fast 80 Prozent der Niedersächsischen Kreise und Städte im letzten Drittel dieser Rankingliste tummeln. Dazu passt, dass Niedersachsen vor einem Monat – was den Ausbau von Krippenplätzen angeht - auf den letzten Länderplatz gerutscht ist. Wenn die klugen Ministerinnenworte - „Wenn erst die Familien wegziehen, dann geht auch bald die Wirtschaft“ – in diesem Land nicht verhallen sollen, muss sich die Niedersächsische Landesregierung umgehend auf den Weg machen. Ganz abgesehen davon, dass dieser Familienatlas auch auf die Tagesordnung in den Städten und Kreisen gehört.

 

 


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