Kinder vor Not schützen

 

Ulla Groskurt: Ohne unsere Aufmerksamkeit wird es nicht gehen

Gleich zwei Initiativen haben aktuell die Öffentlichkeit zum Thema „Kinder vor Not schützen“ erreicht. Die Bundesjustizministerin und Familienministerin haben Vorhaben präsentiert, um Kindern mehr Hilfen zukommen zu lassen. Gerichten und Jugendämtern sollen mehr Möglichkeiten gegeben werden und ein Frühwarnsystem soll vor allem für die ersten Jahre nach der Geburt die Sicht auf Kinder ganz besonders konzentrieren. Politiker, die in den Ländern gegen provinzialisierte Vorstellungen um verschiedenste Argumentationen gerungen haben, bekommen ein bundespolitisches Standbein. Kinderschutz nach Geld, Gunst und Kompetenz der „Landesfürsten“ ist nicht nur eine schlechte, sondern gar keine Lösung, so die niedersächsische Landtagsabgeordnete Ulla Groskurt und Landesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen.

Als Schwierigkeit kommt hinzu, dass auch eigene Lösungen, zum Beispiel die „verpflichtenden Vorsorgeuntersuchungen“ kein Allheilmittel gegen Kindesmisshandlung oder die Verwahrlosung von Kindern sind. Für mich kann allerdings die Suche nach dem „Allheilmittel“ nicht als Alibi für „Untätigkeit“ dienen. Von zwei Dingen muss man sich auf jeden Fall verabschieden. Es ist nicht hilfreich von einer idealen Kinder- und Familienwelt - angesichts der von Unicef geschätzten 200.000 Kinder in verwahrlosten Zuständen - zu träumen. Es ist nicht hilfreich zu glauben, auch wenn es gelingen sollte bessere Personalstrukturen bei den entsprechenden Stellen durchzusetzen, wir, die Gesellschaft können dieses Thema total an professionelle Stellen abgeben. Ohne unsere Verpflichtung zur Aufmerksamkeit wird es nicht gehen, so die Osnabrücker Landtagsabgeordnete. Ich hoffe, wir bekommen dieses Thema jetzt wieder in eine öffentliche Diskussion, die zügig Fortschritte bringt und werden nicht über Medienberichte auf unfassbare Zustände über das Leiden von Kindern aufmerksam gemacht. Ich halte in diesem Zusammenhang die Einrichtung eines Fachkommissariates für „Delikte an Schutzbefohlenen“, das sind oft Kinder aber auch alte Menschen beim Landeskriminalamt Berlin für wegweisend. Dabei sind die Hinweise auf einer Hotline erst einmal ziemlich vage, so die zuständige Kommissariatsleiterin, die ihre Beamten lieber einmal zu oft zu einer dieser Türen schickt. Auf die Entwicklung der Kriminalstatistik, so der Eindruck von Ulla Groskurt ist man eher stolz, weil sich hinter jedem der entdeckten Fälle ein geretteter Mensch verbirgt. In Niedersachsen werden die Antworten sicherlich anders sein, so die Abgeordnete, trotzdem hält sie die Berliner Hinweise für bedenkenswert.

 

 


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