Gleichstellungsgesetz war ein politischer Meilenstein

 

Ulla Groskurt: Niedersachsen will in die Vergangenheit zurück
Die Verabschiedung des Gleichberechtigungsgesetzes durch den Bundestag im Mai 1957 war ein gesellschaftspolitischer Meilenstein, erklärt die Landesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen in Niedersachsen, Ulla Groskurt (MdL). Bis zu diesem Zeitpunkt stand das geltende Ehe- und Familienrecht nicht im Einklang mit dem Gleichheitsgebot der Verfassung, da innerhalb der Familien ausschließlich die Männer zu bestimmen hatten. Entscheidungen über Arbeitsaufnahme, Geldangelegenheiten und Kindererziehung waren ihre Entscheidungen, Frauen hatten sich zu fügen. Das Gleichberechtigungsgesetz trat 1958 in Kraft und stärkte die Rolle der Ehefraue

So wurde die Zugewinngemeinschaft der Güterstand im Bürgerlichen Gesetzbuch, die Vorrechte der Väter in Erziehungsfragen wurden damals nicht gänzlich aufgehoben aber doch eingeschränkt und die Frauen konnten ihre Arbeitsverhältnisse auch gegen den Willen der Ehemänner bestehen lassen. Auch wenn sich in diesen 50 Jahren viel verändert hat - bei einer wirklichen Gleichstellung von Frauen und Männern sind wir noch nicht angelangt - so die niedersächsische ASF-Vorsitzende. Gerade bei der Erwerbsbeteiligung von Frauen zeigt sich, dass es die Entgeltgleichheit noch herzustellen gilt. Frauen sind qualifizierter denn je und wollen Familie und Beruf vereinbaren. So steigt ihre Erwerbsbeteiligung, aber nach wie vor sind sie nicht adäquat in den Führungsetagen von Wirtschaft, Wissenschaft, Forschung und Verwaltung vertreten. Es gilt, weiter kontinuierlich dafür sorgen, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf besser möglich wird und entsprechende Kinderbetreuungsangebote zu schaffen. Wir brauchen flexible Arbeitszeiten und Betreuungsmodelle. Auch nach 50 Jahren ist eine eigenständige Frauen- und Gleichstellungspolitik ein aktuelles Thema. In diesem Zusammenhang bekräftigte die Landtagsabgeordnete noch einmal ihre Kritik an dem Entwurf des Niedersächsischen Gleichberechtigungsgesetzes, der nicht nur in der SPD sondern auch in Expertenkreisen als „völlig unzureichend“ eingestuft wurde. Ich denke für die Frauenförderung nehmen die öffentlichen Verwaltungen mindestens eine Vorreiterrolle ein und die werden wir mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln einfordern. Soweit es uns - auch mit Hilfe von anderen gelingt – lassen wir die Gleichberechtigung in Niedersachsen nicht in die Vergangenheit zurückdrehen.

 

 


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