Verleihung „Niedersächsische Löwin“ 2007 an Seyran Ates

Bild Löwin Niedersachsen 2007 a.jpg
 

Sozialdemokratische Frauen ehren Engagement der Frauenrechtlerin

Seyran Ates ist die diesjährige Preisträgerin der „Niedersächsischen Löwin“. Damit würdigt die Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (AsF) eine „Kämpferin für Menschlichkeit, Gerechtigkeit und Frauenrechte im Spannungsfeld verschiedener Kulturen“, so die Laudatorin Silva Seeler (SPD), Vizepräsidentin des Niedersächsischen Landtages.

„Die Verharmlosung von Gewalt ist auch Gewalt“, so die Frauenrechtlerin und Friedensaktivistin Ates bei der Preisverleihung am Vortag des internationalen Frauentages. Die „Deutschländerin“ Seyran Ates wurde insbesondere für ihren Einsatz für die Rechte islamischer Frauen geehrt, bei dem sie mehrfach ihr eigenes Leben gefährdete. Sie selbst betrachtet sich als Stimme dieser Frauen, denn diese „haben meist selbst keine Stimme um sich zur Wehr zu setzen und brauchen uns, damit wir für sie reden“. 1969 kam sie als Tochter kurdisch-türkischer Eltern, im Alter von sechs Jahren nach Deutschland. Hier wurde sie, wie sie selbst von sich sagt, von der deutschen Frauenbewegung politisiert. Das was sie von dieser Organisation gelernt habe, fordere sie nun für die islamischen Frauen ein. Nachdem sie im vergangenen Jahr Opfer eines tätlichen Übergriffs wurde, gab sie ihre Zulassung als Anwältin im August 2006 vorerst zurück und nahm sich eine Auszeit. Diese nutzte sie um ihr neues Buch „Der Multi-Kulti-Irrtum“ fertig zu stellen. Ihren Kampf für die Rechte der Frauen und gegen Gewalt führt sie unbeirrt weiter: „Wenn wir Gewalt bekämpfen wollen, dann müssen wir es in unserer Gesellschaft tun“, so Ates.

Ins Leben gerufen wurde dieser Preis von der niedersächsischen Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen im Umfeld des internationalen Frauentages 2006. Dazu Ulla Groskurt, MdL und AsF-Landesvorsitzende: „Die Löwin wird an Frauen vergeben, die sich couragiert einsetzen, Frauen gegen Gewalt zu verteidigen.“ Im letzten Jahr ging die Auszeichnung an den Landesfrauenrat für ihre Kampagne gegen Zwangsprostitution und Mädchenhandel.

Ein ausführliches Porträt über diese außergewöhnliche Frau erschien im letzten „Vorwärts“ (Ausgabe 03/2007).

 

 


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