25 Jahre „Tag gegen Gewalt an Frauen“

 

Ulla Groskurt: Betroffene brauchen jede Unterstützung und Hilfe

Seit dem 25. November 1981 wird weltweit durch Aktionen, Veranstaltungen und Tagungen von Frauenprojekten und Initiativen, aber auch von staatlicher Seite zur Beendigung von Gewalt gegen Frauen und Kinder aufgerufen. Alljährlich findet seit jetzt 25 Jahren der von den Vereinten Nationen deklarierte Tag mit unterschiedlich aufgenommenem Interesse statt, so die Landesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) in Niedersachsen, Ulla Groskurt. Dabei standen bisher Themen der häuslichen Gewalt gegen Frauen im Vordergrund der Aktionen. Immerhin hat in Deutschland laut einer repräsentativen Studie mindestens jede vierte Frau im Alter von 16 – 85 Jahren, körperliche Übergriffe durch aktuelle oder frühere Beziehungspartner ein- oder auch mehrmals erlebt.

Der beharrlichen Arbeit von Frauengruppen, Initiativen und Organisationen ist es zu verdanken, dass dieses Thema aus der „Tabu-Zone“ herausgeholt wurde. Letztlich hat das auch zu einem Perspektivwechsel der Interventionsprojekte geführt. Die am Täter orientierte Interventionsstrategie „Wer schlägt der geht“ wurde zu einem Leitmotiv das sich auch im Gewaltschutzgesetz (Jan 2002) und der fast überall erfolgten Erweiterung der Länder- Polizeigesetze niederschlägt. Ulla Groskurt fordert allerdings in diesem Zusammenhang dazu auf, auch neue Fragen nicht aus dem Blick zu verlieren: Zwangsheirat, Ehrverbrechen, Frauenhandel und Zwangsprostitution sind Problemfelder die an diesem international ausgelegten Aktionstag besondere Beachtung verdienen. Für mich gehören in den Rahmen dieses Tages allerdings auch die Kinder. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Kinder sehr stark von der Gewalt ihrer Mütter betroffen sind und diese Gewalt zu vergleichbaren Schädigungen wie direkt erlebte Misshandlungen führt. Glaubt man der Kriminalstatistik, so die ASF-Vorsitzende in einer Pressemitteilung, sind Frauen von häuslicher Gewalt mehr bedroht als durch andere Gewaltdelikte wie Körperverletzung mit Waffen, Wohnungseinbruch oder Raub. Gewalt ist nicht tolerierbar, auch in diesem sozialem Nahbereich nicht, deshalb wünsche ich mir, dass dieser Tag besondere Aufmerksamkeit auf ein Thema lenkt, weil Betroffene jede Unterstützung und Hilfe benötigen.

 

 


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