Frauen im ländlichen Raum

 

Ulla Groskurt: Thema in Niedersachsen von besonderem Interesse

Die Ergebnisse einer Studie über: „Perspektiven und Probleme von Frauen in ländlichen Räumen“ im Auftrag des Berliner Landwirtschaftsministeriums soll jetzt Thema in der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) in Niedersachsen werden. Wir stehen unter dem Druck ständiger Veränderungen, der, wie die Studie auch richtigerweise feststellt, in den ländlichen Räumen schon angekommen oder zumindest spürbar ist, so die ASF-Landesvorsitzende Ulla Groskurt. Die zentrale Botschaft von Dr. Paziorek (Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium) „Frauen in den ländlichen Räumen sind mit ihrer Situation zufrieden“ suggeriert schnell die Botschaft: alles in Ordnung, wir wenden uns neuen wichtigeren Aufgaben zu.

Weil Niedersachsen ein strukturelles Flächenland ist, das durch seine Natur- und Kulturlandschaft und auch seine landwirtschaftliche Prägung mit vor- und nach gelagerten Dienstleitungsangeboten und industriellen Arbeitsplätzen geprägt ist, gehört das Thema „Ländlicher Raum“ ganz besonders hier auf die Tagesordnung, so die Landtagsabgeordnete. Es fällt ganz besonders auf, dass die Studie mehrfach die relativ „Langen Wege“ zu Kinderbetreuung, Schule und Ausbildung, zu Arbeitsplatz und regionalen Zentren als problematisch beschreibt. Mit einer weiter fortschreitenden Zentralisierung und Konzentration erwatet man hier eher eine weitere Verschlechterung der Lage, bis hin zu der Angst, dass insbesondere Kinder aber auch Menschen des nachbarschaftlichen und verwandtschaftlichen Umfeldes in wirtschaftliche Konzentrationspunkte abwandern. Gerade im Bereich – die Studie spricht von erhöhter Mobilitätsanforderung – sind noch erhebliche Strukturprobleme zu lösen, die durch eine sich über finanzielle und organisatorische Zwänge ergebende Konzentrationsentwicklung weiter verschärft werden. Positiv, so Ulla Groskurt wörtlich, steht sicher das soziale Beziehungsnetz, das wie die Studie formuliert „mit Alter und Lebensdauer steigende Wertschätzung erfährt“. So wundert es kaum, dass die Bedeutung des örtlichen aber auch regionalen Vereinslebens besonders herausgestellt wird. In Bezug auf grundlegende Probleme sehen die Frauen keinen Unterschied zwischen Männern und Frauen: Es gilt „Hauptsache Arbeit - den Rest erledigen wir schon selbst.“ Dieses Selbstverständnis stellt die Studie auch mit der Formulierung heraus: „Die Auseinandersetzung mit der Rollenerwartung folgt einer individuellen Entscheidung der Frauen selbst“. Gerade deshalb stellen die befragten Frauen die generelle Anforderung einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Denn: auch in den ländlichen Bereichen gehört bei rund 60 Prozent der Frauen zu ihrer gesellschaftlichen Vorstellung „Arbeit zu haben als sehr wichtig“.


Quelle:Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Angewandte Wissenschaft Heft 514

 

 


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