Familie: Schlechter Ruf gutes Ansehen

 

Ulla Groskurt: Solide und überlegt für die Familie weiterarbeiten

Der Stil in dem deutsche Familien beschrieben werden ist bei weitem zu schrill, zu dieser Überzeugung kommt die stellvertretende Vorsitzende im Niedersächsischen Ausschuss für Soziales, Familie, Frauen und Gesundheit, Ulla Groskurt, nach der Offenlegung der jetzt veröffentlichten Studie zum „Generationenbarometer 06“. Seit 1994 geben die Untersuchungen nahezu unverändert einen positiven Stellenwert der Familie an, während sich das Bild der Familie in der öffentlichen, aber auch in der subjektiven Wahrnehmungen ständig verschlechtert. Die Ergebnisse der Umfrage geben wahrscheinlich nicht den Stoff für reißerische Überschriften, helfen aber notwendige gesellschaftliche Entwicklungen voranzutreiben. Deutlich wird das zum Beispiel an der Frage nach dem Zusammenhalt. Der vermutete Zusammenhalt in den Familien in Deutschland wird vor 47 Prozent der Befragten als „eher gering“ eingeschätzt, während der empfundene Zusammenhalt in der eigenen Familie von den gleichen Befragten zu 84 Prozent als sehr „stark“ beurteilt wird.

Dabei müssen wir zugeben, dass die Bedingungen, unter denen in Deutschland Familien leben , nicht perfekt sind. Jede Frau, die Kind, Familie und Beruf miteinander vereinbaren will, muss sich auf enorme Anstrengungen einstellen. Da ist sicher noch „eine große Baustelle“, so die Abgeordnete in einer Pressemitteilung. Auch Großeltern sind häufig präsent und hilfreich, anders als es uns die reißerische Aussage vom „Generationenkrieg in der Minimum - Gesellschaft“ suggerieren will. Wofür ich plädiere ist, sich solide und überlegt für weitere Entwicklungen in der Familienpolitik einzusetzen. Mit den phantastischen Überschriften vom Siechtum der Familie kommen wir jedenfalls nicht weiter. Und der Sündenbock der karrieresüchtige Frauen, wie nun die Tagesschausprecherin Eva Herman festgestellt haben will, helfen nicht. Weiterhin entscheiden sich knapp drei von vier Akademikerinnen für Nachwuchs, um mal auf eine der gepflegten Vorurteile einzugehen. Ich fände es angesagter, gerade in diesem Zusammenhang mal über die Verlängerung der Probezeit auf zwei Jahre und deren Auswirkungen auf die Lebensplanung junger Frauen nachzudenken. Als positive Entwicklung der letzten Zeit entnehme ich, die sich durchsetzende Ansicht, dass Familie nicht mehr nur eine individuelles Problem einzelner im Familienalltag ist, sondern auch gesellschaftliche Antworten und verlässliche Bedingungen braucht.

 

 


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