Bewusstsein für Aids schärfen

 

Ulla Groskurt: Aufklärungsarbeit in den Schulen neu beleben.

Als am 5. Juni 1981 - also vor heute 25 Jahren - zum ersten Mal über die Immunkrankheit Aids aus den USA berichtet wurde, war das für viele weit weg und zudem einen Krankheit, die dem Anschein nach ausschließlich etwas mit Homosexualität zu tun hatte. Tatsache ist, der Aidserreger hat bis heute rund 25 Millionen Menschen getötet, weitere ca. 40 Millionen sind zur Zeit infiziert. Und soviel ist sicher, so die stellvertretende Vorsitzende im Niedersächsischen Ausschuss für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit, das Virus wird auf Jahrzehnte hinaus eine der größten Bedrohungen für die Menschheit bleiben. Dank guter Aufklärungskampagnen (Gib AIDS keine Chance) hat Deutschland, so Ulla Groskurt, mit 0,6 Infektionen auf 1.000 Einwohner die viertniedrigste HIV-Rate im westeuropäischen Vergleich.

Sorgen muss uns trotzdem machen, dass für viele Aids mittlerweile eine Sache der 3. Welt ist, und dass zudem vielfach die Meinung besteht, der medizinische Fortschritt sei in der Lage, mit der HIV-Infektion fertig zu werden. Im Jahr 2005 lagen die Zahl der Neudiagnosen mit 2.600 um ca. 30 Prozent höher als im Jahr 2004. Ende 2005 lebten ca. 49.0000 Menschen in Deutschland mit HIV und Aids, ca. 20 Prozent der Betroffenen sind davon Frauen. Sicherlich ist die Zahl der aktuellen Todesfälle aufgrund verbesserter Behandlungsmöglichkeiten zunächst stark zurückgegangen. Trotzdem ist und bleibt Aids nach wie vor eine unheilbare, tödliche Krankheit. Schutz bieten nur Aufklärung und Prävention. Die heutigen Jugendlichen haben den Aids-Schock der 80ger Jahre nicht mehr miterlebt, deshalb müssen wir nachwachsende Generationen immer wieder neu erreichen. Ich denke, dass wir eine besondere Verantwortung dafür tragen in unseren Schulen diese Aufklärungsarbeit in verstärktem Maße neu zu beleben. Vielfach sind uns durch Kürzungen in der regionalen und lokalen Aids-Prävention wichtige Strukturen weg gebrochen. Das Material der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) bietet seit Jahren Unterrichtsmaterialien an, die neu und auch für verschiedene Schulformen konzipiert wurden. Bisher hat die BZgA mit ihren AIDS-Kampagnen nicht überzogen, sondern auf eine fachlich und sachlich fundierte präventive Aufklärung gesetzt, die uns mit dem Tiefpunkt von 1.444 diagnostizierten Neuinfektionen im Jahr 2001 große Erfolge gebracht hat. Mir ist wichtig, so die Osnabrücker Landtagsabgeordnete, dass wir - in einer zusammenwachsenden Welt - auf der sich alle sechs Minuten jemand neu infiziert, mit unseren Anstrengungen nicht nachlassen dürfen.

 

 


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