Kinder schützen, Eltern helfen, Gesundheit fördern.

 

Mit dem Antrag „Kinder und Jugendliche stärker vor Misshandlung und Verwahrlosung schützen – regelmäßige Kinder- und Jugenduntersuchungen zur Pflicht machen“ hat die SPD-Fraktion die Landesregierung aufgefordert, eine Bundesratsinitiative mit dem Ziel zu starten, die bisher freiwilligen Kinder- und Jugenduntersuchungen U 1 bis U 9 zur Verpflichtung zu machen. Die bislang freiwillige Teilnahme ist nicht mehr ausreichend, so die Landesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen, Ulla Groskurt, da aktuelle Daten belegen, dass diese Untersuchungen von Familien aus sozial benachteiligen Milieus nur stark unterdurchschnittlich genutzt werden und zum anderen mit zunehmendem Alter der Kinder und Jugendlichen deren Teilnahme an den Untersuchungen deutlich zurückgeht.

Laut einer Untersuchung des Kinderhilfswerks Unicef leben in Deutschland rund 200.000 Kinder in verwahrlostem Zustand oder sind von Misshandlungen betroffen, weil das Leiden der unterernährten, traumatisierten, misshandelten Kinder übersehen wird.
Es wird auch weiterhin Verwandte, Freunde Nachbarn usw. geben, die überforderte Mütter und Väter nicht wahrnehmen. Davon zu hören, davon zu lesen hat mich tief betroffen gemacht. Es geht um jedes einzelne Kind. Wir wissen, dass Kindern allein durch die verpflichtenden Untersuchungen noch nicht ausreichend geholfen ist. Allerdings kann ich die Argumente, die darin einen unzumutbaren Eingriff in die Freiheit der Eltern sehen, überhaupt nicht nachvollziehen. Hier geht Kindeswohl eindeutig vor Elternwille. Für die Eltern sollten die Untersuchungen eine Selbstverständlichkeit sein, weil wichtige Informationen über eine altersgerechte Entwicklung des Kindes, beispielsweise seine Motorik, das Sprachverständnis, Bewegungsabläufe und die Haltung; in den späteren Untersuchungen auch die schulische Entwicklung, einbezogen werden. Alles wichtige Informationen für frühzeitiges gesundheitliches Gegensteuern. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte hat festgestellt, dass bei den Schuleingangsuntersuchungen bei 25 % der Kinder Entwicklungsdefizite diagnostiziert wurden, die vorher gar nicht bekannt und somit unbehandelt waren. Politisch sind Kinder ein Zukunftsfaktor, gerecht werden wir ihnen aber nur, wenn wir erkennen „sie sind unendlich viel mehr“.

 

 


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