Geburtsstunde des Frauenwahlrechts

 

Ulla Groskurt: Am 19. Januar 1919 gingen Frauen zum ersten Mal wählen

„Bei der Wahl zur Verfassungsgebenden Nationalversammlung, durften die Frauen auf Reichsebene zum ersten Mal ihr passives und aktives Wahlrecht wahrnehmen“, so die Landesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) in Niedersachsen, in Erinnerung an den 19. Januar 1919. Das Wahlrecht war keineswegs ein „Geschenk der Männer“, so Ulla Groskurt wörtlich. Damit würden die geschichtlichen Leistungen vieler Frauen, die in dem kontrovers bis hitzig geführten Kampf die Gleichberechtigung einen großen Schritt weiter gebracht haben, gerne „unsichtbar“ gemacht. Radikalere und weniger radikale Lösungen hatten mehrere Jahrzehnte die Auseinandersetzung bestimmt.

Noch 1902 wurde kurz nach der Gründung des „Deutschen Vereins für das Frauenstimmrecht“ von Männern der „Anti-Stimmrechtsverein“ gegründet. Und Männer der damaligen Zeit wie der Sozialpolitiker Wilhelm Adolf Lette erklärten im Jahr 1901: „Was wir nicht wollen, auch nicht in noch so fernen Jahrhunderten wünschen und bezwecken, ist die politische Emanzipation und Gleichberechtigung von Frauen.“ Die Frauen nahmen 1919 ihr Wahlrecht wahr. Nahezu 90 Prozent gingen zu den Wahlurnen, soviel wie später nie wieder. 41 Frauen (allerdings keine von den radikalen Stimmrechtskämpferinnen) wurden damals in den Reichtag gewählt, was einem Anteil von 9,6 Prozent entsprach, ein Frauenanteil der erst 1983 im Parlament wieder erreicht wurde. Heute erscheinen uns die damaligen Auseinandersetzungen relativ weltfremd, so die ASF-Landesvorsitzende. Die Beurteilung der Frage, in wieweit politischer Fortschritt denn „verschenkt“ wird, oder erarbeitet und erstritten werden muss, ist damals wie heute unreal. Genau deshalb ist es wichtig an diesem Tag sich dieser Auseinandersetzungen zu erinnern.

 

 


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