Väter erwünscht

 

Ulla Groskurt: Elterngeld ist wichtiger Baustein der Familienpolitik

Die große Koalition bahnt mit der verbesserten Finanzierung des Elterngeldes neue Wege in einen Bereich traditioneller Lebenswirklichkeit, so die Landesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) in Niedersachsen. Das Vorhaben, dass je nach Einkommen maximal 1800 Euro gezahlt werden, dürfte auch für die meist besser verdienenden Väter ein Anreiz sein. Das Erziehungsgeld soll zehn Monate gezahlt werden, wenn ein Partner daheim bleibt. Weitere Überweisungen erhält ein Paar aber nur, wenn sich der andere Partner dann auch noch zwei Monate um das Kleinkind kümmert

Väter, die sich nach der Geburt ihres Babys eine Zeit lang aus dem Beruf verabschieden, gibt es zwar etwas öfter, aber daran gewöhnt haben sich immer noch nicht sehr viele Vorgesetzte und an den Stammtischen wird das noch lange kein „Gewinnerthema“ sein. Da wird schon eher die Meinung des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Mehrheiten finden, dass das geplante Elterngeld verfassungswidrig sei, weil es die Erziehungsfreiheit der Eltern staatlich einschränkt. Tatsächlich ist das absurd, denn kein Vater und keine Mutter wird gezwungen, zwei Monate oder sogar mehr, bei ihrem Kind zu bleiben. Wenn ein Paar beim klassischen Rollenmodell bleibt, entscheidet es sich lediglich für einen kürzeren Anspruch auf staatliche Leistungen. Faktisch kommen hier die gleichen Argumente, wie bei der Förderung der Ganztagsschule wieder hoch, so Ulla Groskurt. Der Einwand, der Staat wolle den Familien vorschreiben, wie sie zu leben hätten, wird auch durch die dauernde Wiederholung nicht richtiger. Keine Familie muss ihr Kind auf eine Ganztagsschule schicken. Wahlfreiheit bei Lebens- und Erziehungsmodellen bleibt eine der Grundlagen dieses Staates. Elterngeld, erweiterte Kinderbetreuung, Ganztagsschulen, eröffnen aber überhaupt erst die Chancen und die Möglichkeiten dazu. Endlich auch eine Chance für Väter, so die ASF-Vorsitzende, Elternzeit mit mehr selbstverständlicher Akzeptanz in den Firmen und im Umfeld in Anspruch nehmen zu können.

 

 


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