Für Frauen „echte Wahlfreiheit“ schaffen

 

Ulla Groskurt: Beschäftigungsgewinne von Frauen genau ansehen

Die Niedersächsische Landesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) weist darauf hin, dass die Aussagen aus der Bundesagentur für Arbeit über den Beschäftigungsanteil von Frauen leider nur die halbe Wahrheit sind. Der Beschäftigungsanteil ist ein wichtiges Beurteilungsmerkmal, gibt aber nicht die tatsächliche Beteiligung von Frauen und Männern am Erwerbleben wieder. Die Zahl der berufstätigen Frauen hat seit 1991 zwar deutlich zugenommen, so Ulla Groskurt, aber nicht das von ihnen geleistete Arbeitsvolumen. Obwohl mit knapp 49 Prozent fast die Hälfte der Beschäftigten (1991 waren es noch 44 Prozent) Frauen sind, tragen sie nicht in gleichem Maße zum Arbeitsvolumen bei.

In Zusammenhang mit jetzt vorgelegten Analysen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung waren im vergangenen Jahr 75 Prozent aller Teilzeitstellen, aber nur knapp 37 Prozent der Vollzeitarbeitsplätze von Frauen besetzt. An dieser Entwicklung haben auch die strukturellen Verschiebungen , hin zum Dienstleistungsbereich sowie die Ausweitung der geringfügig Beschäftigten großen Anteil. Hier sind entscheidende Nachteile von Frauen, die sich im Einkommen, in der sozialen Sicherheit und nicht zuletzt bei Aufstiegschancen im Arbeitsleben niederschlagen. Teilzeitarbeit entspricht zwar häufig den Wünschen von Frauen. Dies aber oft nur, weil sie wegen ungünstiger Rahmenbedingungen keine bessere Alternative haben, um berufliche und familiäre Interessen unter einen Hut zu bringen. Dafür wären insbesondere mehr Möglichkeiten der Kinderbetreuung sowie familiengerechte Arbeitsplätze notwendige Bedingung. Nach Ergebnissen der Studie waren im Jahr 2004 nur 50 Prozent der Frauen mit Kindern unter 10 Jahren berufstätig, fast dreiviertel davon in Teilzeitbeschäftigungen. Ein Bereich, der in der nächsten Zeit intensiv von Politik und gesellschaftlichen Kräften bearbeitet werden muss. Für eine bessere Umsetzung von Chancengleichheit ist vor allem eine „echte Wahlfreiheit zwischen Erwerbs- und Familienarbeit“ anzustreben, so die Landtagsabgeordnete wörtlich.

 

 


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