Wahlrecht für Frauen seit dem 12. November 1918

 

Am 12. November 1918 endete in Deutschland ein jahrelanger Kampf um das Frauenwahlrecht, so die Landesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) in Niedersachsen, Ulla Groskurt. In der Weimarer Verfassung wird das Wahlrecht für Frauen ab dem 20. Lebensjahr gesetzlich verankert und am ersten Wahltag im Januar 1919 geben 82 Prozent der Frauen ihre Stimme ab. Hier wie in anderen europäischen Ländern dauerte der Kampf um die staatsbürgerliche Gleichstellung von Frauen Jahrzehnte. Noch 1901 erklärte der Sozialpolitiker und Vorsitzende des Vereins zur Förderung der weiblichen Erwerbstätigkeit“ Wilhelm Adolf Lette: „was wir nicht wollen, auch nicht in noch so fernen Jahrhunderten wünschen und bezwecken, ist die politische Emanzipation und Gleichberechtigung von Frauen“.

Auch die sich formierende Frauenbewegung war gespalten. Dem so genannten bürgerlichen Flügel ging es im wesentlichen um die Verbesserung der Bildungschancen für Mädchen, um den Zugang zu höheren Schulen Universitäten und Chancengleichheit im Berufsleben. Der andere Flügel forderte dagegen die absolute Gleichstellung im privaten und öffentlichen Leben und dafür war das Stimmrecht unabdingbare Voraussetzung. 1933 wurde die Frau-enbewegung in der NS - Frauenschaft gleichgeschaltet. Aktive, politisch-demokratische orientierte Frauen, blieb das Exil oder der Widerstand. Nach 1945 war es nicht einfach, die Tradition der Frauenbewegung wieder zu beleben. Zwei bedeutende Frauen personifizierten den Anspruch auf politische Teilhabe: Louise Schröder 1946 Bürgermeisterin von Berlin und Elisabeth Selbert, auf die der Satz im Grundgesetz „ Männer und Frauen sind gleichberechtigt“ zurück geht waren zentrale Vorreiterinnen einer Politik auf dem Weg zur Gleichstellung von Frauen und Männern in Politik und Gesellschaft. Ein Weg, so die ASF-Landesvorsitzende, der verpflichtet und der deutlich macht, dass uns heute, ein als Selbstverständlichkeit erscheinendes Grundrecht, nicht aus höherer Einsicht geschenkt wurde. Auch dieser Fortschritt musste mühsam erkämpft und erstrit-ten werden, deshalb sollte man sich dieses Datums beson-ders erinnern.

 

 


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