Auch nach 140 Jahren noch jede Menge zu tun.

 

Ulla Groskurt: SPD trägt in der Frauenpolitik besondere Verantwortung

Nach 140 Jahren, so Ulla Groskurt, Landesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) in Niedersachsen hat die Frauenbewegung vieles erreicht, was damals unter den Gegebenheiten sicher unvorstellbar war. Anlässlich der Gründung der Frauenbewegung mit dem Allgemeinen Deutschen Frauenverein (ADF) im Oktober 1865 in Leipzig, bleibt weiter jede Menge zu tun, so die ASF-Landesvorsitzende in einem Resümee. Unbestritten gelte die heutige Frauengeneration als die am besten ausgebildete aller Zeiten. Bildung, Ausbildung und Erwerbstätigkeit von Frauen sind zur Selbstverständlichkeit geworden. Erstmals ist auch der Anteil der weiblichen Studienanfängerinnen höher als der Anteil der Männer. Frauen sind mittlerweile in allen Sparten des Arbeitslebens zu finden.

Bis zum Alter bis ca. 30 Jahren liegen sie, was Verdienst und Karriere angeht, mit ihren männlichen Kollegen gleichauf. Allerdings bestimmen in der Regel immer noch Männer über die Verteilung der besten Posten, noch immer besteht das Vorurteil der minderen Leistungsfähigkeit und -bereitschaft von Frauen. Und noch immer fürchten Arbeitgeber Ausfall von weiblichen Beschäftigten durch Schwangerschaft und Kindererziehung. Tatsächlich haben die meisten der wenigen Managerinnen, die es nach oben geschafft haben, im Gegensatz zu ihren französischen Kolleginnen, für die Dank der guten Kinderbetreuungsmöglichkeiten kein Problem der Vereinbarkeit von Familie und Beruf besteht, keine Kinder. Hier gibt es noch viel zu ändern und zu verbessern, für die Frauen und für die Wirtschaft und die Gesellschaft insgesamt. Obwohl junge Frauen und junge Männer sich gleichermaßen Familie und Kinder wünschen, wird die Sorge um Erziehung und Haushalt immer noch den Frauen zugeschrieben. Das bedeutet unterbrochene Berufsbiographien, keines der 30 börsennotierten Unternehmen hat eine Vorstandsvorsitzende. 2003 hatten es in den 180 größeren Unternehmen nur sieben Frauen ins Top-Management geschafft. In den Wahlanalysen hat sich gezeigt, dass Frauen eine große Nähe zur SPD haben. „Ich will hier nur darauf aufmerksam machen, dass wir in den Koalitionsverhandlungen mit der CDU/CSU hier auch eine besondere Verantwortung haben,“ so Ulla Groskurt. Wobei ich das nicht nur auf die Frage der Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit reduziert will, auch wenn dies ein ganz wesentlicher Punkt ist. Frauen brauchen gleiche Karrierechancen auf dem Arbeitsmarkt, frei von jeglicher Diskriminierung und Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit muss eine Selbstverständlichkeit werden, über die niemand mehr ein Wort zu verlieren muss.

 

 


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