Podiumsdiskussion mit Ministerin Cornelia Rundt im KHR Klinikum Siloah-Oststadt-Heidehaus, Hannover

Podiumsdiskussion Siloah 2
 

Die Teilnehmerinnen der Podiumsdiskussion

(Bild für den ASF-Landesausschuss Simone Wilimzig-Wilke)

 

Die Niedersächsische Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) konnte am 27. Oktober 2014 die Landesministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, Cornelia Rundt, ebenso wie die SPD Landtags-Abgeordnete Dr. med. Thela Wernstedt für eine Podiumsdiskussion im KHR Klinikum Siloah-Oststadt-Heidehaus, Hannover gewinnen. Von der Klinikseite her konnten weitere kompetente Fachfrauen für die Diskussion zu den Themenbereichen Arbeitsbedingungen im medizinischen Fachbereich sowie gendergerechte Gesundheitsvorsorge und –Versorgung berichten.

 

Die Landesvorsitzende Annegret Ihbe und Vorstandsmitglied Afra Gamoori konnten viele fachkundige Teilnehmerinnen, Interessierte und Betroffene aus dem Pflegebereich begrüßen.

 

Zu Beginn stellte Frau Dr. med. Rambow-Bertram, Unternehmensentwicklung KRH,   fest, „dass Gesundheitseinrichtungen weiblich dominiert sind“ und, dass es bereits „viele Verbesserungsansätze gibt, um dieser Tatsache gerecht zu werden.“ Jedoch stehen wir hier in den Anfängen “, so Frau Dr. med. Rambow-Bertram. Die Gleichstellungsbeauftragte, Frau Irla  Mareen Gonzales stimmt in diesem Punkt mit ihrer Vorrednerin überein. Sie gab  zu bedenken, “dass sich nichts von alleine tut“. Wir sind ein weiblich dominierter Betrieb unter männlich geführter Leitung! Dies zeigt der Frauenanteil, der im Allgemeinen bei 84-85% liegt mit einer Unterrepräsentanz der Frauen in Führungsebenen. Die fehlende Vertretung von Frauen in der Geschäftsführung, sowie die sogenannte „gläserne Decke“  die im ärztlichen Dienst bei der Oberarztebene anfängt. Der Anteil leitender  Oberärztinnen liegt im Bundesdurchschnitt unter 10%,  der von Chefärztinnen unter 13%.

 

Frau Dr. med. Thela Wernstedt konnte die benannten Punkte  - auch durch eigene Erfahrung – bestätigen. Sie benannte drei wichtige Kernpunkte: Erwartet wird von Medizinerinnen eine bestimmte Verhaltensweise,  ständige Verfügbarkeit und die ständige Präsenz „. Diese erforderlichen Punkte verwehren  Frauen den Zugang  in die Führungsetagen. Hier müssen Bedingungen verändert werden,  damit Frauen, auch mit Kindern, die „gläserne Decke“ durchbrechen können.  Annelie Kadler als Pflegedirektorin des KRH wies daraufhin, dass transparente Verfahren bei der Besetzung von Stellen notwendig sind zum Erreichen dieses Zieles.

 

Landtagsabgeordnete und Ärztin Dr. med. Thela Wernstedt gab zu bedenken, dass es eine Art „Masterplan für die Gesundheitswirtschaft“ zu entwickeln gilt. An der Universität Hildesheim und der Universität Göttingen gibt es schon Studienangebote im Pflegebereich und dem Bereich der Physiotherapie. Diese gilt es auszubauen, um gesondert den geringen Frauenanteil entgegen zu wirken, stimmen Dr. med. Wernstedt und Dr. med. Andrea Riphaus, Chefärztin des KRH Klinikums, Agnes Karll Laatzen, überein.

 

Ministerin Rundt gab eine Übersicht über die derzeitige Situation in der Gesundheitsversorgung  und berichtete über die Gespräche der Bund-Länder Gruppen. „So gibt es bei Ärztinnen zu 86% einen Kinderwunsch, allerdings halten 79% dieser Gruppe die Umsetzung des Wunsches für schwierig“, so Ministerin Rundt. Sie verwies auf die Notwenigkeit mehr Geld einzusetzen, veränderte Bedingungen zu schaffen und dies mit einem berufslebenslangen Lernen zu kombinieren.

Frau PD Dr. med. Andrea Riphaus, berichtete über die geschlechtersensiblen Unterschiede in der Diagnostik und Therapie zwischen Frauen und Männern. Bekannt sind die unterschiedlichen Symptome von Männern und Frauen beim Herzinfarkt. Hier müssen die bereits seit einigen Jahren bekannten Fakten  noch verstärkt genutzt werden,  damit eine gezieltere Diagnostik und  individuellere medikamentöse Einstellung der Patienten ermöglicht wird. Bei Kindern geht man bei der medizinischen Medikation schon seit Jahren mit Erfolg diesen Weg“. “ Zur Umsetzung der Erkenntnisse sind Leitlinien für die Arbeit im Gesundheitswesen erforderlich, veränderte medizinische Curricula  und weiterhin themensensibilisierende Veranstaltung, stellten die Diskussionsteilnehmerinnen fest.

 

Das Ziel auf dem Weg  gute Arbeitsbedingungen zu schaffen, so waren sich die Diskussions-Teilnehmerinnen einig kann nur erreicht werden, „durch verpflichtende Gespräche und, dem Aufbrechen von autokratischer Strukturen sowie durch die  Einführung von Leitlinien im Gesundheitsbereich. „Die Forderung der Podiums-Teilnehmerinnen und der ASF waren gleichlautend. Die Rahmenbedingungen für Frauen müssen verbessert werden. Das heißt, dass die Arbeitsbedingungen durch Tarifverträge verbessert werden müssen. Die Arbeitszeiten  den Betreuungsmöglichkeiten angepasst werden müssen. Der Genderaspekt bundesweit in die medizinischen Curricular aufgenommen werden muss und Leitlinien für die Arbeit im Gesundheitsbereich eingeführt werden müssen.

 

Für den Landesverband Niedersachsen

Simone Wilimzig-Wilke

 

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