Berufsperspektiven von Frauen - was kann Wirtschaft leisten?

von links nach rechts : Ulla Bergen, AsF-Vorstand, Daniela Behrens, Christina Jantz und Annegret Ihbe
 

von links nach rechts : Ulla Bergen, AsF-Vorstand, Daniela Behrens, Christina Jantz und Annegret Ihbe

 

AsF Niedersachsen im Gespräch mit Daniela Behrens, Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium

Wege in die Selbstständigkeit von Frauen, Sicherung des Fachkräftemangels, Wiedereinstieg ins Berufsleben nach Familien-und Pflegezeiten und auch Armutsbekämpfung standen im Mittelpunkt des Fachgesprächs der Niedersächsischen Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen, AsF, mit Daniela Behrens, Staatssekretärin im Ministerium für Arbeit, Wirtschaft und Verkehr.

 

Gleich zu Beginn der Tagung konnte die Staatssekretärin aus dem Wirtschaftsministerium voller Stolz verkünden, dass das Niedersächsische Tariftreue- und Vergabegesetz bei der Vergabe von öffentlichen Aufträgen aktuell beschlossen ist. Es enthält drei wesentliche Kriterien:

1. Mindestentgelt von 8,50 Euro für die Arbeitnehmer/innen

2. Berücksichtigung umweltverträglicher Aspekte und

3. Berücksichtigung sozialer Kriterien wie z. Bsp. die Förderung der Chancengleichheit und Gleichstellung von Frauen und Männern im Beruf.

"Das ist ein Durchbruch für die Entgeltgleichheit und für den Mindestlohn, von dem Frauen besonders profitieren", stellt Daniela Behrens fest.

Weitere Fragen hatten die ASF- Vorstandsfrauen mitgebracht:

  • Welche Möglichkeiten sieht die Rot-Grüne Landesregierung, um Karrieremöglichkeiten von Frauen und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wirksam zu verbessern?
  • Welche Maßnahme sind in der Phase der Existenzgründung vorgesehen?
  • Welche Maßnahmen zur Wirtschaftsförderung der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) und Handwerk werden aus dem Wirtschaftsministerium heraus unternommen ?

Dabei stellte Daniela Behrens zunächst Daten der Arbeitsmarktforschung vor, und alle Teilnehmerinnen mussten feststellen, dass Frauen noch immer überwiegend in Teilzeit arbeiten mit den Folgen bei der Alterssicherung. Frauen, die nicht studiert haben, wählen in großer Zahl die so genannten typischen Frauenberufe, wie im Gastgewerbe, Fachverkäuferin, Bürokauffrau oder Friseurin mit geringerer Bezahlung. Frauen fehlen in den Führungspositionen. Von einer Erwerbsunterbrechung durch Familienphase mit Kindern und Eltern sind Frauen betroffen, und sie organisieren mit großem Aufwand die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

"Hier muss die Wirtschaftspolitik ansetzen und Maßnahmen ergreifen, um Erwerbsarbeit und Familie in einem Handwerksbetrieb, in einem Unternehmen zu ermöglichen", stellt Annegret Ihbe, ASF-Landesvorsitzende in den Vordergrund. Daniela Behrens berichtet von Kooperationen von Handwerkskammern, Verbänden, bzw. Handwerksmeistern mit ambulanten Pflegeeinrichtungen und Kindertagesstätten. "Diese Kooperationen sind erste Schritte, um flexible Arbeitszeiten für Erwerbstätige mit pflegebedürftigen Angehörigen zu erreichen. Weiterhin können so auch Frauen leichter wieder in den Beruf zurückkehren. Wenn sie ihre Angehörigen gut versorgt wissen, flexibel arbeiten und sich um die Angehörigen kümmern können", so Daniela Behrens.

Weitere Weichen werden auch vom Wirtschaftsministerium gestellt, um Frauen und Männern den Weg in die Selbstständigkeit zu erleichtern: Das Mikrostarter-Darlehen ab 1. November 2013 bis zu einer Höhe von 30.000 Euro können Selbstständige als Kleinkredit zur Existenzgründung aus EU-Mitteln beantragen. " Davon können Frauen profitieren, denn sie haben große Probleme, Kredite von Banken zu erhalten", stellt Daniela Behrens heraus. "Ebenso wird den Existenzgründerinnen bei der Gründungsberatungsförderung ein coaching zur Seite gestellt. Es gibt etliche Frauen, die ein Unternehmen und einen Betrieb leiten. Es sollen weitere ermuntert werden, insbesondere im Bereich des Kreativ-Design, Service oder auch Kosmetik, die davon profitieren können", so Behrens.

Christina Jantz, Mitglied des Bundestages konnte aus Berlin berichten, dass es bei den Koalitionsverhandlungen positive Signale gebe zur Einführung einer "verbindlichen Geschlechterquote in den Führungsetagen".

Es wurde auf der Tagung deutlich :"Viele Schritte auf den verschiedenen Ebenen sind erforderlich und müssen hartnäckig weiter verfolgt werden. Gemeinsam mit Handwerk, Industrie und Politik müssen Frauen gewonnen werden, in gesuchte und chancenreiche Berufe zu gehen. Frauen bringen ein großes Potenzial ein, das nicht verloren gehen darf", fasst Annegret Ihbe zusammen.

 
    Familie     Gleichstellung     Wirtschaft
 

 


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