PISA - Sonderauswertung belegt geschlechtsbezogene Bildungsergebnisse

 

Ulla Groskurt: Vorurteile dürfen in unseren Schulen keinen Bestand haben

Leistungsunterschiede zwischen Jungen und Mädchen nehmen im Laufe der Schulkarriere zu. Dass dies auch eine Folge geschlechtsspezifischer Vorurteile ist, so die Landesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) Niedersachsen, Ulla Groskurt, belegt eine Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).

Die Studie zum Thema „Gleichberechtigt auf das Leben vorbereitet? Wie 15jährige Jungen und Mädchen in der Schule auftreten“.(Equally prepared for life? How 15 year-old boys and girls perform in school), wurde jetzt veröffentlicht.

Gleichheit geht nach Ende der Grundschulzeit verloren

Der Bericht stützt sich auf Daten aus den PISA-Erhebungen und andern OECD-Studien. So erzielen Jungen und Mädchen in Mathematik gegen Ende der Grundschulzeit bei internationalen Vergleichsstudien fast die gleichen Ergebnisse. Bei der PISA-Studie im Alter von 15 Jahren schneiden Jungen in fast allen untersuchten Ländern besser ab als Mädchen. Beim Lesen sind Mädchen bereits in der Grundschule den Jungen überlegen. Dieser Unterschied verstärkt sich in der weiteren Schullaufbahn und ist in den Ergebnissen der PISA-Studie ebenfalls deutlich zu erkennen. Dieses Muster spiegelt sich auch in der Motivation und den Einstellungen der Schülerinnen und Schüler zu den verschiedenen Fächern wider: Mädchen lesen deutlich lieber als Jungen, sind aber gleichzeitig stärker um ihre Leistungen in Mathematik besorgt. Dass diese Unterschiede eher auf Vorurteile als auf unterschiedliche Begabung zurückzuführen sind, legen die Ergebnisse aus dem Bereich "Problemlösung" nahe: Hier schneiden 15-jährige Mädchen ähnlich gut ab wie ihre männlichen Altersgenossen, während sie beim Lösen mathematischer Probleme hinter den Jungen zurückliegen. Die Studie schreibt diesen Unterschied dem Kontext zu, in dem mathematische Probleme in der Schule präsentiert werden, aber auch den Zweifeln der Mädchen an ihren mathematischen Fähigkeiten.

Durch Vorurteile geht uns wichtiges Bildungspotential verloren

Auch die Entscheidung über den weiteren Bildungsweg und Beruf scheint mehr von Stereotypen als von den tatsächlichen Fähigkeiten abhängig zu sein. So studieren zum Beispiel Mädchen deutlich häufiger Lebenswissenschaften als Jungen, obwohl sich die Leistungen in diesem Bereich kaum unterscheiden. Der Bericht zeigt, dass deutlich mehr für die Gleichberechtigung der Geschlechter getan werden muss, so die ASF-Landesvorsitzende. Einige Länder zeigen dass es nicht unmöglich ist, dass Jungen und Mädchen in den schulischen Kernfächern die gleiche Leistungen erbringen, wir dürfen nicht akzeptieren, dass Vorurteile wie „Lesen ist nichts für Jungen“ oder „Mathe ist nichts für Mädchen“ weiter bestehen. Solche Ansichten führen dazu, dass unseren Gesellschaften wichtiges Bildungspotential verloren geht.“

 
    Bildung und Qualifikation     Gleichstellung
 

 


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