Bildung als Fundament

 

Ulla Groskurt: Studiengebühren schrecken Frauen ab

Das schlechte Abschneiden Deutschlands in internationalen Bildungsvergleichen gehört mittlerweile zur Tagesordnung. Im politischen Bereich werden vor diesem Hintergrund Maßnahmen von Gipfel zu Bildungsgipfel vertrödelt die sich allerdings einig sind, bei der Ausbildung von Schülern/innen und Studierenden gnadenlos auf Tempo zu drücken.

So stellt die OECD jüngst wieder fest, dass Deutschland im Gegensatz zu anderen Industrieländer im Bildungsbereich mit vielen Werten immer noch schlecht aufgestellt ist.

Dabei ist unbestritten, dass die Hochschulausbildung ein wichtiger Faktor für wirtschaftliches Wachstum ist. Im Jahr 2008 haben in Deutschland lediglich 69 Prozent der Studienberechtigten ein halbes Jahr nach dem Erwerb der Hochschulreife bereits ein Studium begonnen oder wollen auf jeden Fall studieren. Einen weiteren Aspekt hat jetzt eine Befragung des gemeinnützigen Hochschul-Informations-Systems (HIS) ermittelt, so die Niedersächsische Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF), Ulla Groskurt.

Drei Viertel aller männlichen Studienberechtigten entscheiden sich für ein Studium, aber weniger als zwei Drittel der Frauen. Durch die Befragungen ist auch deutlich geworden, dass finanzielle Erwägungen bei der Ausbildungswahl eine große Rolle spielen. Und Frauen hält die Sorge um die Studienfinanzierung noch häufiger von der Uni fern als Männer. Bei Frauen haben die Kosten allerdings einen höheren Einfluss auf die Entscheidung als bei Männern. So geben drei Viertel der vom HIS befragten Frauen mit Studienberechtigung, aber ohne Studienabsicht an, dass Gebühren für sie persönlich gegen die Aufnahme eines Studiums sprechen. Nur für 57 Prozent der Männer wirken Studiengebühren abschreckend. Auch das Fehlen der nötigen finanziellen Voraussetzungen für ein Studium sowie die drohenden Schulden aus Studienkrediten oder dem Darlehensanteil des Bafög stellen für Schulabsolventinnen häufiger einen triftigen Grund für den Studienverzicht dar als für Absolventen.

„Beim Thema Bildung geht es schließlich um das Fundament der demokratischen und ökonomischen Stabilität“ führte vor kurzen ein Kommentar in der Neuen OZ aus. „Und auch der Gerechtigkeit“, füge ich hinzu. In den vergangenen Wochen haben Schüler demonstriert und Studenten Hörsäle besetzt ein Volksbegehren hat sich in Niedersachsen gegründet. Da darf „Gleichgültigkeit“ keine Antwort sein, so die ASF in einer Pressemitteilung.

 
    Bildung und Qualifikation     Gleichstellung
 

 


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